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Mediation bei Wirtschaftsstreitigkeiten auf dem Vormarsch
Langwierige und kostspielige Prozesse mit offenem Ausgang sind nicht nur in den Vereinigten Staaten gefürchtet. Dort geraten gerade große Unternehmen in Gefahr, medienwirksam auf horrende Schadensersatzsummen verklagt zu werden. Doch auch deutsche Unternehmen sind vor solchen Klagen nicht gefeit. Schon der "normale" Rechtsstreit vor einem deutschen Gericht kann für ein Unternehmen empfindlich teuer werden und zudem die über Jahre aufge-baute Reputation zerstören. Was ist das Erfolgsgeheimnis der Mediation?Im Unterschied zum Gerichts- und Schiedsverfahren hat der Mediator als Vermittler keine eigene Entscheidungsgewalt. Vielmehr unterstützt er die Parteien bei deren eigener Lösungs-suche, indem er auf die Einhaltung bestimmter Gesprächsregeln achtet und die Diskussionen strukturiert und visualisiert. Ein guter Mediator wird sich in die Lage der Parteien hineinver-setzen und versuchen, ihre Argumentation zu "verstehen". Er darf aber unter keinen Umstän-den wertend in die Gespräche eingreifen. Denn ein parteiischer Mediator verliert das Vertrau-en zumindest einer der Streitparteien - die Mediation wäre zum Scheitern verurteilt. Mediation - ein Spiel ohne VerliererDer Mediator regt neue Sichtweisen auf den streitigen Sachverhalt an und hält die Parteien im Gespräch, ist also "Gesprächsermöglicher". Die Lösung des Konflikts müssen die Streitenden jedoch selbst erarbeiten. Gerade diese Selbstverantwortlichkeit der Parteien ist der Schlüssel zum Erfolg: Wer die Lösung selbst ausgehandelt und nicht als Verlierer aus dem Gerichtssaal schleicht, wird das Ergebnis eher akzeptieren. Langwierige Prozesse durch alle Instanzen hin-durch zeigen, daß Gerichtsurteil häufig nicht zur schnellen und beiderseitigen Befriedung beitragen. Interessen statt Positionen ("Ich habe Recht!")Stärker als in gerichtlichen Verfahren werden in einer Mediation die hinter den Positionen der Parteien stehenden Interessen herausgearbeitet. Nicht das Fragen nach Anspruchsgrundlagen und ihre Erörterung stehen im Vordergrund, sondern es wird versucht, Beweggründe und die "Geschichte" des Streits zu erkennen. Nicht selten hören streitende Parteien in der Mediation erstmals dem Kontrahenten wirklich zu und versuchen, dessen Handlungsmotive gedanklich nachzuvollziehen. Wird am Ende des Verfahrens eine Lösung gefunden, welche die Interes-sen beider Parteien unter einen Hut bringt, war die Mediation erfolgreich. Ergebnis des Mediationsverfahrens kann "gerichtsfest" seinEin Mediationsverfahren ist aber keine unverbindliche Plauderstunde. Das Ergebnis wird zu-meist in einer sogenannten Mediationsvereinbarung schriftlich fixiert und von den Parteien eingehalten. Sind die Streitenden anwaltlich vertreten, bietet sich zudem die Möglichkeit, die Mediationsvereinbarung in die Form eines Anwaltsvergleichs zu gießen und vollstreckbar auszugestalten.
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